Unter Nachhaltigem Aktivismus verstehen wir einen Aktivismus, der aufgrund seines Anspruches, langfristig und erfolgreich verübt zu werden, neben der Erreichung politischer Ziele auch das (psychische, emotionale, körperliche…) Wohlbefinden der beteiligten Aktivist*innen im Blick behält. Wer sich politisch engagiert, stört sich in der Regel an der gesellschaftlichen Realität und ist insofern diversen Belastungen ausgesetzt: einerseits sind da die als Unrecht erkannten und zum Aktivismus animierenden Zustände, die auf die Stimmung drücken, andererseits gehen mit dem Aktivismus selbst oft zahlreiche Herausforderungen einher (Repressionen, Ängste, Leistungsdruck, Ohnmachtsgefühle, Erschöpfung etc.).

 

Um grundlegende Veränderungen zu bewirken, braucht die Bewegung deshalb zum einen Individuen, die sich in ihr persönlich weiterentwickeln und die sich langfristig einsetzen können, ohne auszubrennen. Es geht also darum, die individuelle Widerstandskraft zu stärken und den eigenen Einsatz an den eigenen Ressourcen zu orientieren.

 

Zum anderen braucht es eine kollektive Widerstandsfähigkeit innerhalb der Bewegung, damit wir den Utopien, die wir vor Augen haben, näher kommen können – gelingende Prozesse innerhalb der Gemeinschaft sind eine wichtige Voraussetzung.